{"id":338,"date":"2016-08-23T20:40:33","date_gmt":"2016-08-23T18:40:33","guid":{"rendered":"http:\/\/webmaster.puon.at\/blog\/?p=338"},"modified":"2016-08-24T13:32:59","modified_gmt":"2016-08-24T11:32:59","slug":"die-mottenkiste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/webmaster.puon.at\/blog\/2016\/08\/die-mottenkiste\/","title":{"rendered":"Die Mottenkiste"},"content":{"rendered":"<p>Seit Jahrzehnten, genauer gesagt seit 1989, das Jahr, in dem der geniale Sozialminister Dallinger die Wertsch\u00f6pfungsabgabe als beschlussreife Regierungsvorlage vorgelegt hat, geifern \u00d6VP, Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung unisono gegen dieses Konzept.<\/p>\n<p>Das hat sich bis heute nicht ge\u00e4ndert. &#8222;Retro-Konzept aus der Mottenkiste&#8220; ist ein immer wieder gern strapazierter Begriff.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Dabei ist unser aktuelles Steuersystem, welches praktisch nur arbeitende Menschen besteuert, um ein Vielfaches \u00e4lter. Es stammt aus einer Zeit, in der es noch keine Computer und keine Industrieroboter gab. Und es gibt nicht das geringste Zeichen, dass es bei der Umwandlung von menschlichen Arbeitspl\u00e4tzen in Maschinenarbeitspl\u00e4tze eine Trendumkehr g\u00e4be, eher das Gegenteil!<\/p>\n<p>Warum sind die Herren von \u00d6VP, Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung so vernagelt? Mitterlehner: \u201eRetro-Konzepte wie die Wertsch\u00f6pfungsabgabe belasten Investitionen und kosten Arbeitspl\u00e4tze.&#8220; Schl\u00e4ft der Mensch in der Pendeluhr?<\/p>\n<p>Erstens investieren die Firmen schon jetzt nicht, weil wir sowieso in einer \u00dcberflussgesellschaft leben und nicht mit steigender Nachfrage gerechnet wird. Gewinne werden heutzutage zumeist an Shareholder ausgezahlt und nur mehr selten ins Unternehmen investiert.<\/p>\n<p>Zweitens erreichen wir jetzt schon unsere Klimaziele nicht. Mit Investitionen und Wirtschaftswachstum steigt der Energiebedarf und der Ressourcenverbrauch zwangsweise weiter an. Da ich nirgendwo im Handel einen Mangel an Waren orten kann, m\u00fcsste neuer Bedarf geschaffen werden f\u00fcr Produkte, die bis dato niemanden abgehen. Und selbstverst\u00e4ndlich f\u00f6rdert die Wertsch\u00f6pfungsabgabe arbeitsplatzintensive Unternehmen und vernichtet keine Arbeitspl\u00e4tze.<\/p>\n<p>Die Wortmeldung von Wirtschaftsbund-Generalsekret\u00e4r Peter Haubner ist ein Null-Argument: \u201eEs handelt sich um eine uralte sozialistische Idee, die dort bleiben soll, wo sie hingeh\u00f6rt &#8211; n\u00e4mlich in den Archiven.\u201c Nur weil eine Idee jahrzehntelang von \u00d6VP und Wirtschaftskammer verhindert wurde, muss sie nicht zwangsweise schlecht sein. Und dass es nicht um neue Steuern geht, wie Herr Haubner meint, sondern um eine Anpassung der Steuerlast an die Ver\u00e4nderung der modernen Wirtschaft, hat er auch nicht begriffen oder nicht begreifen wollen.<\/p>\n<p>Im Gegenteil: W\u00e4re Dallinger nicht 1989 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen, h\u00e4tten wir vielleicht seit Jahrzehnten ein gerechtes, modernes Steuersystem, dass den Erfordernissen der heutigen Zeit Rechnung tr\u00e4gt und uns viele soziale Probleme erspart h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Offen bleibt die Frage: Was haben \u00d6VP, Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung davon, wenn Firmen mit vielen Arbeitspl\u00e4tzen benachteiligt werden gegen\u00fcber Firmen mit wenigen Arbeitspl\u00e4tzen?<\/p>\n<p>Links:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/orf.at\/stories\/2354671\/2354670\/\">ORF<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.profil.at\/wirtschaft\/maschinensteuer-wertschoepfungsabgabe-christian-kern-7532922\">Profil<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Jahrzehnten, genauer gesagt seit 1989, das Jahr, in dem der geniale Sozialminister Dallinger die Wertsch\u00f6pfungsabgabe als beschlussreife Regierungsvorlage vorgelegt hat, geifern \u00d6VP, Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung unisono gegen dieses Konzept. 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