Rauchen für Arbeitsplätze

Staunend habe ich es im Kurier gelesen: „Die in einem Gesetzesentwurf vorgesehenen flächendeckenden Rauch- und die weitreichenden Werbeverbote würden rund 6.000 Arbeitsplätze von Trafikanten, darunter viele Arbeitsplätze von behinderten und älteren Personen, bedrohen.“

Da befürchtet die Vorsitzende der Trafikanten im SP-nahen Wirtschaftsverband Wien, Claudia Rosenberger
doch tatsächlich einen Umsatzrückgang für die Trafikanten von etwa 25 Prozent und fordert
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) auf, „dieser überschießenden Politik seiner Gesundheitsministerin endlich Einhalt zu gebieten“.

Das muss man sich einmal vorstellen! Gut, wenn 1 oder 2% Rückgang des Zigarettenkonsums zu erwarten wäre, das könnte man ja gerade noch akzeptieren. Aber bei 25% hört sich der Spass auf. Dabei hat die Frau
Rosenberger noch gar nicht an die Ärzte gedacht, die dann sicher auch arbeitslos würden. Und an
unser Pensionssystem, das sicher zusammenbrechen würde, weil ja dann die Leute länger leben, wenn diese
Kampagne so erfolgreich wird. Und hat der Finanzminister unserem Herrn Bundeskanzler nicht gesagt,
dass dann auch die Steuereinnahmen sinken werden?
Irgendwie sind die Amerikaner ja doch die Klügeren mit ihrer Wahl des Herrn Bush. Der unterzeichnet
das Kyoto-Protokoll nicht, weil das der Wirtschaft und somit den Arbeitsplätzen schaden würde.
Der Mann steht halt zu seinen Grundsätzen. Bei Schüssel vergisst man immer öfter, dass er aus einer Wirtschaftspartei kommt.

Ich habe zwar nie geraucht, aber angesichts der vielen ältere und behinderte Trafikanten, die jetzt
rücksichtslos in den Ruin getrieben werden sollen, muss ich mir ernsthaft überlegen, ob es nicht sozial wäre mit dem Rauchen zu beginnen.

Irgendwie erinnert mich das Ganze an die Zeit des EU-Beitritts, wo wochenlang diskutiert wurde, ob
das Abschaffen der Grenzkontollen überhaupt zu verantworten ist, weil doch dann die Zöllner arbeitslos werden. Ich bleib doch gern kurz stehen und mach den Kofferraumdeckel auf, wenn’s
dem Mann hilft.

Also Herr Schüssel: Alles Retour! Die Arbeitsplätze stehen im Vordergrund! Und vielleicht könnte man doch endlich auch die Hasch-Zigaretten ins Sortiment aufnehmen. Das tät den älteren und behinderten Trafikanten sicher weiterhelfen. Vielleicht auch der Landwirtschaft – siehe Afghanistan.

Ein Gedanke zu „Rauchen für Arbeitsplätze“

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